13.04.20171809 - ein Kinderspiel

Es sind einige Geschichten, Sagen, Erzählungen und ein wenig Geschichte vom dörflichen Rand der "Tiroler Heldenzeit", die da zu einem Theaterabend verwoben worden sind.

Damit vermeidet "Die schwarze Frau von Padaun" das Heroische von Andreas Hoferstücken, obwohl der Abend schon  auch ein wenig "Heldengeschichte" sein will.


2017 ist ein Andreas Hofer Jahr, schließlich ist Hofer vor genau 250 Jahren geboren worden. Es wird aus diesem Anlass aber wenig gefeiert werden.  Schließlich wird er ja wegen seines Heldentodes gefeiert. "Wir wollten", so heißt es aus Gries am Brenner "lokale Erinnerungen auf die Bühne bringen und unserem Nachwuchs die Möglichkeit bieten sich einzubringen."

Das ist vor allem in  den ersten Szenen berührend gelungen. Darüber hinaus gelungen sind auch die Szenen im Zuschauerraum mit Einbeziehung des Publikums und die Art der Aufbereitung der szenischen Bilder durchaus nicht ohne ironische Distanz zum Heroischen des Stoffes. 


Es geht in dem Spiel im dramatischen Kern um einen Burschen, der im Kampf verwundet wurde. Er erfährt, dass man seinen Hof niedergebrannt hat und seine Frau dabei umgekommen sei. Er wird im Lazarett von einer "schwarzen Frau", einer Zigeunerin, liebevoll betreut und es entspinnt sich daraus eine Liebesbeziehung. Dann aber stellt sich heraus,  dass die Meldung vom Tod seiner Frau falsch war.

Nun könnte das Drama hier  beginnen, ähnlich wie bei Heimkehrerstücken (z.B. "Vaters Weib"), wo ein Soldat  für tot erklärt worden ist, die Frau nach überwundener Trauer  einen neuen Partner findet  und dann der vermeintlich Tote auf einmal in der Tür steht.


Diese dramatische Situation wird in "Die schwarze Frau von Padaun" nicht genützt. Das Stück versteht sich vielmehr als Bilderbogen, der als solcher in seiner Ungezwungenheit berührt.  Das Drama danach wäre eine Geschichte, die mit dem Ende der "schwarzen Frau von  Padaun" ihren Anfang nimmt.    e.s.