14.10.2017Adieu, Bahnhof

"Ich versteh nur Bahnhof" heißt so viel wie, "ich versteh gar nichts", weil der Zug vorbeirattert, der alles übertönt und keine Kommunikation zuläßt. Andererseits, wo Menschen zusammernstehen, gibt es kein Nichtkommunizieren. Da sprechen die Geste, da reden die Augen, da wird so getan, alsa wollte man sich nicht wahr nehmen, sieht sich aber doch mit anderen konfroniert und zu Geständnisen animiert.

So läuft das also in "Adieu, Bahnhof", da ist eine Theatrerrevue aus Musiknummern zu einem Kaleidoskop von Empfindsamkeiten wartender Zuggäste  zusammengefügt, was einen köstlichen Theaterabend, jenseits des Üblichen, ergibt. Die Komposition von Dramaturgin Doris Happl ist vor Jahren am Tiroler Landestheater uraufgeführt worden, dort besetzt mit Professionisen, in Telfs sind es Amateure, was der Sache keinen Abbruch tut.  Man sage nie "nur" Amateure, denn Wertschätzung ist angebracht: Die Musiknummern sind werden in AmaterART noch dceutlicher als in professioneller Imitation das, was sie meinen:  Zitate und Hinweise auf Nummern, die die Zuschauer in perfekter Version von Originalen im Ohr haben. 

Das ist der Witz und die ironische Note des Unternehmens, unter der Leitung von Manfred Sonntag, der nicht nur der Regisseur ist, sondern auch in der Rolle des Fahrdienstleiters die Leute am Bahnsteig zur Raison bringt. Die sind ja mit Recht recht ungeduldig, weil der Zug auf den sie warten, im Laufe des GHesc hehens immer länger auf sich warten läßt und die Zeit rückläufig zu sein scheint. 

Alles in allem, mit "Adieu Bahnhof" ist in Telfs beim Volkstheater einmal mehr der Zug  des Traditionellen ins nirgndwo abgefahren und dem Zug der Zeit entsprechend  halten neue Theaterformen Einzug.  Bahnsteig frei, der Zug fährt ein! Dieser Zug fährt auf einem anderen Geleise als es im Untertitel heißt "Es fährt ein Zug nach nirgendwo" 

Vorstellungen bis Ende Oktober, dann fährt der Zug weiter ins Märchenland