Eine exklusive Kaffeefahrt

Komödie von Ulla Kling

ID# 078-80
Verlag Köhler
Akte 3
Dekorationen 1
Männer 7
Frauen 4
Kinder
Personen 11

Das Wirtsehepaar Else und Manfred Bickl erhofft sich durch die Annahme von Kaffeefahrten einen Aufschwung für ihre abgelegene Wirtschaft. Die erste Veranstaltung steht nun an, es sind rund 100 Gäste angekündigt. Zusammen mit dem Verkäufer Pfeifer, der seine erste Kaffeefahrt betreut, wird nun hergerichtet. Doch die Veranstaltung steht unter keinem guten Stern denn die alte und marode Heizung ist ausgefallen und es ist bitterkalt im Saal der Wirtschaft. Dann die nächste Hiobsbotschaft. Der Chef der Veranstaltungsfirma ruft an und kündigt kurzfristig statt der erwarteten 100 lediglich 6 Teilnehmer an. Jetzt ist guter Rat teuer. Was macht man mit der eingekauften Ware, wer kommt für den Schaden auf? Ein Gutes hat das Ganze allerdings, man kann jetzt in den kleineren Gastraum umziehen, den man mit zwei kleinen Heizlüftern wenigstens ein bisschen auf Betriebstemperatur bringen kann. Dann kommen die Gäste an. Doch statt mit dem angekündigten Luxusbus mit einem klapprigen Kleinbus, der auf dem letzten Zylinder läuft und bei dem ebenfalls die Heizung ausgefallen ist. Die Gäste eilen schlotternd in die Wirtschaft, um sich aufzuwärmen, doch die Enttäuschung ist groß. Nur gut, dass die für den Verkauf bestimmten Alpakadecken schon bereit liegen. Schnell verteilt der Berliner Anwalt Bammerl die Decken, sehr zum Leidwesen von Verkäufer Pfeifer, als Entschädigung unter den Gästen, damit sie sich wenigstens etwas aufwärmen können. Doch dann die nächste Hiobsbotschaft: Der Busfahrer Kurt hat alles versucht, aber der Kleinbus hat seinen Geist nun endgültig aufgegeben. Auch besteht keine Möglichkeit anderweitig zurückzufahren, d.h. man muss in der kalten Wirtschaft auch noch übernachten. Die Emotionen kochen nun schnell hoch. Das Ehepaar Schwippl arbeitet plötzlich die ganze Frustration eines dreißigjährigen Ehelebens auf. Denise, die jung Freundin des eigentlich verheirateten Anwalt Bammerl, hatte sich mehr ein Wellnesshotel als diese Absteige für ihren Liebesausflug vorgestellt. Sie tröstet sich deshalb lieber mit dem jungen Heizungsmonteur Bastian als dass sie den alten Schwerenöter bei Laune hält. Nur die alleinreisende Lotte Pöschl ist mit der Situation nicht ganz unzufrieden, denn sie hat ein Auge auf den Busfahrer Kurt geworfen. Nach einem nächtlichen Feueralarm ist am nächsten Morgen das Chaos perfekt. Keiner weiss vom anderen, wer, wo genächtigt hat. Als dann der Veranstalter mit einem neuen Bus selbst auftaucht und großkotzige Reden schwingt, wird es für ihn sehr schnell eng. Er wird bedrängt, beschimpft und bedroht. Mit viel Geschick und einer ganzen Menge Geld kann er sich letztlich retten. Nur seinen neuen, exklusiven Bus muss er selbst wieder nach Hause fahren, denn Kurt hat den alten Klapperkarren wieder zum Laufen gebracht und alle wollen nach dieser ereignisreichen Nacht lieber nostalgisch heimfahren.