Stückewettbewerb: Siegestext ermittelt

Im vergangenen Jahr schrieb der Theater Verband Tirol einen Stückewettbewerb aus. Gesucht wurden Kurz-Texte, die sich theatral in kleinen Räumen umsetzen lassen (Wohnzimmer, Stuben, Garagen, Vorräume, Cafés, Wirtshäuser usw.).

Sagenhafte 42 eingereichte Texte wurden zunächst von der Vorjury (Thomas Gassner, Konrad Hochgruber) gesichtet und nach einer ersten Auswahl an die eigentliche Jury weitergeleitet.

Jury-Mitglieder:

  • Christine Frei, Autorin, Storytellerin und Contentspezialistin
  • Elisabeth Taler, Dramaturgin der Vereinigten Bühnen Bozen
  • Ekkehard Schönwiese, ehemaliger Dramaturgen des TVT

Die Jury entschied anonym, dh. ohne die Namen der Autor*innen zu kennen.

Die Jury kürte einstimmig Betti J. Strolz aus Weer zur Siegerin des Wettbewerbs mit ihrem Text „Augen zu und Sprung“.

Foto: Landesobfrau Dr. Beate Palfrader gratuliert gemeinsam mit Jurorin und Laudatorin Christine Frei der Gewinnerin Betti J. Strolz (c) Carmen Sulzenbacher

 

Darüber hinaus wurden von der Jury acht weitere eingereichte Texte als „besonders spielenswert“ nominiert. Der Siegestext und die von der Jury empfohlenen Stücktexte könnt ihr im Büro des Theater Verbandes Tirol anfordern: konrad@theaterverbandtirol.at

> Mehr zum Projekt „Stubentheater: Theater in kleinen Räumen“ (im Rahmen von TheaterNetzTirol)
gibt es in Kürze hier.

 

= = = = = = = = = = = = = = = = 

JURY-BEGRÜNDUNG
zum Siegestext "Augen zu und Sprung" von Betti J. Strolz

zum Inhalt: Das Stück erzählt eine Beziehungsgeschichte von drei jungen Frauen in einer WG rund um eine Zwangserkrankung von Mara, die zu Missverständnissen im Verhalten zueinander führt. Am Ende wird Mara von ihrer Freundin Leonie zu einer Mission animiert: ein Mutsprung ins gesunde Leben?

Der Text überzeugt mit einer prononciert positiven und aufklärerischen Intention, er spricht Jugendliche mit einer authentischen Sprache direkt an und öffnet Themen, die aktuell sind (Zwangsstörungen / Ängste bei jungen Menschen, lesbische Liebe, Freundschaft). Er ist für drei junge Spielerinnen geschrieben, ein schönes Signal für und an die nächste Generation.

„Augen zu und Sprung“ ist ein Jugendstück, das in kleinen Räumen (auch Jugendzentren, Schulen, Bibliotheken ecc.) gut spielbar ist. Die Intimität des Raumes und die Nähe des Publikums ist hilfreich, um in die Geschichte einzutauchen und sich mit den Figuren zu identifizieren. Das Ende ist offen und lässt Spielraum für Interpretationsmöglichkeiten. Wir glauben, dass die Aufführung junge Menschen dazu ermutigt, danach ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und zu diskutieren. Es wäre auch wünschenswert, die Aufführung mit einer Expert*innendiskussion zu den Themen zu verbinden.

Wir sehen unterschiedliche Spiel- und Inszenierungsmöglichkeiten und lesen den Text als Ausgangspunkt, um gemeinsam mit Regie an der Dramaturgie und den Beziehungen der Figuren weiterzuarbeiten und diese zu schärfen.

= = = = = = = = = = = = = = = = 

Zurück zur Übersicht